Häufige Fragen

Wie viel Pflegegeld erhalte ich von meiner Pflegekasse?

Haben Sie einen Pflegegrad, dann zahlt die Pflegeversicherung unabhängig von Ihrer finanziellen Situation. Wie hoch Ihr Pflegegeld ausfällt, ist abhängig von Ihrem Pflegegrad. Der tatsächliche Betrag ergibt sich aus Ihrer Wahl der Pflegeerbringung. Sie haben die Möglichkeit sich von Angehörige (z.B. Ehefrau oder Ehemann) einer nahestehenden Person Pflegegeld*** (vorher als Begriff Geldleistung) oder von einem ambulanten Pflegedienst (Pflegesachleistung)* versorgt werden. Bei Versorgung durch einen Pflegedienst wird der dem Pflegegrad entsprechende Betrag direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Darüber hinausgehende Kosten muss der Pflegebedürftige selbst zahlen. Gegebenenfalls, unter Vorliegen von bestimmten Vorraussetzungen, werden die Kosten auch vom Bezirksamt oder vom Amt für soziale Leistungen übernommen.

Menschen mit dementieller Erkrankung und erheblichem Betreuungsbedarf, die zu Hause versorgt werden, haben Anspruch auf zusätzliche Leistungen ( §45).

Eine Kombination aus privater und professioneller Pflege ist möglich. In diesem Fall wird das Pflegegeld zwischen Angehörigen und Pflegedienst prozentual aufgeteilt. (Kombileistung)

Kombinationsleistungen erhalten die Versicherten / Pflegebedürftigen, wenn die  volle Höhe des unter dem Ppflegegrad möglichen Maximalbetrages  nicht ausgeschöpft wird. Dann wird anteilmäßig, prozentual umgerechnet der Rest als Pflegegeld, an die pflegebedürftige Person ausgezahlt.

  * Pflegesachleistung  Erläuterungen unter Absatz " Pflegesachleistung"

*** Pflegegeld           Erläuterung  unter Absatz   "Pflegegeld" vor 2017 Geldleistung

ab 01.01.2017

 

Monatliche Pflegesachleistungen* im Überblick:

Pflegesachleistungen für Pflegegrade 2-5 erbracht durch eine Pflegestation

Pflegegrad 2 :        689 Euro

Pflegegrad 3 :       1.298 Euro

Pflegegrad 3 :       1.298 Euro (mit e.AK)

Pflegegrad 4 :       1.612 Euro  

Pflegegrad 4 :       1.612 Euro (mit e. AK)

Pflegegrad 5 :       1.995 Euro

Pflegegrad 5 :       1.995 Euro (Härtefall **)

Pflegegrad 5 :       1.995 Euro (Härtefall mit e.AK)

* Pflegesachleistungen ist der Begriff, wenn die Pflegeleistungen ausschließlich durch eine lizensierte Pflegestation erbracht werden 

** Härtefall : Wenn in besonders gelagerten Einzelfällen ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vorliegt, der das Maß der Pflegegrad weit übersteigt, kann der Leistungsanspruch bis auf 1.995,00 € monatlich ausgedehnt werden.

 --------------------------------------------------------------------------------------

Monatliches  Pflegegeld*** ( direkte Vergütung für Angehörige)

bei häuslicher Pflege durch Angehörige:

Pflegegrad : 2      316 €                              

Pflegegrad : 3      545 €     

Pflegegrad : 4      728 €  

Pflegegrad : 5      901  

*** Pflegegeld erhalten, mit der Pflege beauftragte Angehörige oder vertraute Personen, welche die Pflege in der Häuslichkeit durchführen. Voraussetzung für die Bewilligung ist aber immer ein Beratungs- und Kontrollbesuch bei dem Gepflegtem. (nach § 37 Absatz 3 SGB XI)

Der Beratungsbesuch dient zur fortlaufenden Beratung der Pflegenden und zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Durchführung der Pflege in der Häuslichkeit des zu Pflegenden.

(Beratungs-Besuchsintervalle bei Pflegegrade 4-5  / ¼-jährlich; bei Pflegegrade 2 und 3 / ½-jährlich)

----------------------------------------------------------------------------------------

bei Verhinderung der Pflegeperson Verhinderungspflege durch Pflegestation : maximal 1.612 Euro (jährlich)***

**** Fallen betreuende Angehörige wegen Krankheit oder Urlaub aus, übernimmt die Pflegekasse die Aufwendungen für eine Ersatzpflegekraft in Höhe von bis zu 1.612 Eurojährlich (Verhinderungspflege).

----------------------------------------------------------------------------------------

6 wöchige Pflegevertretung im Kalenderjahr für vertretende Personen

Pflegegrad : 2      474,00 €                              

Pflegegrad : 3      817,50 €     

Pflegegrad : 4      1.092,00 €  

Pflegegrad : 5      1.351,50 €  

 

Angehörige, die mehr als 14 Stunden in der Woche pflegen, sind automatisch renten- und unfallversichert.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ergänzende Leistungen für Versicherte (erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz): 

 

 

Wer kommt für meine häusliche Krankenpflege nach SGB V auf?

Häusliche Krankenpflege wird vom Arzt verordnet, um das Ziel der ärztlichen Behandlung zu sichern, einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden oder zu verkürzen. Sind diese Leistungen durch Ihre Krankenkasse genehmigt worden, werden die Kosten dafür übernommen. Die gesetzlichen Regelungen über Zuzahlungen sind zu beachten.

Was gibt es noch für Hilfen?

1. Pflegehilfsmittel

Bei Bedarf werden den Pflegebedürftigen technische Pflegehilfsmittel zur Verfügung gestellt. Monatliche Aufwendungen zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel (§§ 78 Abs.1)  können in Höhe von 40 € bei der Pflegekasse beantragt werden. (z.B. Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe). Es gibt aber eine Ausnahmeregelung dieser Möglichkeit und zwar wenn §40 Abs.2 SGB XI zutrifft (Befreiung von Zuzahlung)

2. Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung

Pflegebedürftige können Zuschüsse bis zu 4000,00 € für die Verbesserung ihres Wohnumfelds erhalten. Wer sich nur noch im Rollstuhl oder mit einem Rollator bewegen kann, benötigt oft breitere Türen in seiner Wohnung oder den Umbau des Bades. Manchmal ist auch eine Rampe erforderlich oder Türschwellen müssen beseitigt werden. Die Höhe des Zuschusses ist vor Beginn der Umbauten bei der Pflegekasse zu beantragen.

Wo erhalte ich einen Pflegegeldantrag?

Normalerweise genügt ein Anruf bei Ihrer Krankenkasse/Pflegekasse. Sie können den Antrag aber auch bei Ihrem Pflegedienst anfordern und gegebenenfalls gemeinsam mit dem Sozialarbeiter ausfüllen. Achtung: Ihr Antrag wird nur bearbeitet, wenn er vollständig ausgefüllt ist und von Ihnen oder Ihrem Betreuer/Bevollmächtigten unterschrieben wurde.

Wo beantrage ich Sozialleistungen?

Sofern eine Berechtigung auf Sozialleistungen vorliegt, können Sie diese Leistungen bei Ihrem zuständigen Sozialamt / Amt für soziale Leistungen beantragen. Liegen Ihre Vermögensverhältnisse unter der Bemessungsgrenze, dann sind Zuzahlungen des Sozialhilfeträgers möglich.

Was versteht man unter Ersatzpflege/Verhinderungspflege?

Sofern Sie Ihre Angehörigen bereits länger als ein Jahr pflegen, haben Sie Dank der Verhinderungspflege die Möglichkeit, sich maximal 28 Tage von Ihrer Pflegeaufgabe zu erholen und eine Auszeit zu nehmen. Diese Möglichkeit besteht selbstverständlich auch, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen ausfallen.

Die Pflegekassen zahlen bis zu 1.612 € für die Ersatzperson, falls sie von einem Pflegedienst gestellt wird. Ersatzpflege kann auch stundenweise abgerufen werden, wenn die Pflegeperson kurzfristig verhindert ist. Über die Finanzierung entscheiden die Pflegekassen im Einzelfall.

In welcher Form kann Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden?

Verhinderungspflege kann in der Wohnung des Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden (ein ambulanter Pflegedienst kommt zu Ihnen nach Hause). Der Pflegebedürftige kann während dieser Zeit aber auch in einer betreuten WG versorgt werden.